Die jungsteinzeitliche Siedlung

Die jungsteinzeitliche Siedlung

Als Folge der jungsteinzeitlichen Revolution entstanden die ersten dauerhaften Siedlungen.

Geschichte

Schlagwörter

Jungsteinzeit, Siedlung, Dorf, Zuhause, Wohnort, Gemeinde, Grabung, Heiligtum, Landwirtschaft, Wandbild, Lehmziegel, Urgeschichte, Lebensweise, neolithisch, Tierhaltung, Archäologie, Schutz, Sicherheit

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Jungsteinzeitliche Siedlung

Die Jungsteinzeit (Neolithikum) ist die letzte Phase der Steinzeit, sie folgt der Mittelsteinzeit (Mesolithikum). Die dazwischenliegende Scheidelinie ist in erster Linie nicht zeitlich von Bedeutung, sondern vielmehr kulturell. Das Neolithikum ist also nicht bloß eine geschichtliche Epoche, sondern markiert auch einen eigenen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Stil.
Die wichtigsten charakteristischen Merkmale dieser Epoche sind der Ackerbau, die Viehhaltung und das Erscheinen der ersten Handwerksberufe und bedeutender Siedlungen.
Die Kultur der Jungsteinzeit entstand 10.000 v. Chr. in Vorderasien und verbreitete sich von dort aus durch die Weitergabe der Ideen, Erfindungen, beziehungsweise mit den Wanderungswellen der Menschen.
Erwähnenswerte neolithische Gemeinschaften kamen in Südostanatolien (Türkei) sowie auf dem heutigen Gebiet Syriens und des Iraks zustande. Die Jungsteinzeit endete mit der Verbreitung der metallischen Gegenstände (Kupfersteinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit).

Parallel zur Verbreitung des Ackerbaus und der Viehzucht errichteten sich die sesshaft gewordenen Menschen dauerhaftere und bequemere Behausungen.
Die anfangs aus Lehm, später aus getrockneten Lehmziegeln erbauten Gebäude waren größer und sicherer.
Der Ackerbau und die Viehzucht ermöglichte das Zusammenleben größerer Gemeinschaften.
So entstanden die mehr Sicherheit bietende Dörfer. Einige der jungsteinzeitlichen Siedlungen können (wegen ihrer Größe und Struktur) als Städte angesehen werden. Das bereits zwischen 7000–6000 v. Chr. blühende Çatalhöyük (5.000 Einwohner, 12 Hektar Fläche; heute: Türkei) und Jericho (ca. 2.000 Einwohner, steinerne Stadtmauer; heute: Westjordanland) sind die besten Beispiele hierfür.

Grundriss von Chatal Hüyük

Alltag

Das Leben in der Jungsteinzeit

Weder die Ausgrabungen noch die durchschnittliche Siedlungsstruktur von damals weisen darauf hin, dass es in den jungsteinzeitlichen Siedlungen eine ausgeprägte gesellschaftliche Hierarchie gegeben hätte.
Die Haushalte waren – in wirtschaftlicher Hinsicht – wahrscheinlich unabhängig voneinander. Der Ackerbau und die Viehzucht erfolgte in der großfamiliären Gemeinschaft (drei Generationen).
Vorsteher der Siedlung war ein weises und respektiertes Familienoberhaupt. Besondere Ehrung gebührte – wegen ihrer Heilkunst – den Zauberern der Siedlung.
Die neue Lebensweise erforderte auch neue Gebrauchsgegenstände. Das Neolithikum wird auch „Periode des geschlagenen Steins“ genannt. Die Werkzeuge waren haltbarer und effektiver.
Im Alltag wurden in großer Menge aus Knochen, Bast und Ruten hergestellte Gegenstände verwendet.
Als einer der ersten Berufe entstand das Töpferhandwerk und das Spinnen und Weben. Die Lebensmittel wurde in getöpferten oder aus Stein gemeißelten Töpfen gelagert. Zu dieser Zeit entwickelte sich auch eine eher einfache Form des späteren Handels.

Siedlungsstruktur

  • Siedlung
  • Feldarbeit
  • Eng aneinandergebaute Häuser

Die Gebäude des Neolithikums

Die Häuser standen dicht aneinander und hatten oft gemeinsame Mauern. Es gab auch bereits mehrstöckige Gebäude. In die Häuser gelangte man durch die mit Holztüren verschlossenen Dachöffnungen.
Um auf die Dächer und die verschiedenen Etagen zu kommen benutzte man Leitern. An ihren Seiten gab es keinen Eingang, nur kleinere, höher platzierte Fensteröffnungen. Der Boden der meist einer Familie zur Verfügung stehenden winzigen Räume war unter die Erde vertieft und die Feuerstelle befand sich ebenfalls innerhalb des Raumes.

Ausgrabung in Catalhöyük

Rekonstruktion eines Hausinneren

Animation

Hof

  • Flachdach
  • Stall
  • Fensteröffnung
  • Mauer
  • Eingang

Haus (Schnitt)

  • Vorräte
  • Tierhaut
  • Balken
  • Ofen, Kamin
  • Feuerstelle
  • Schlafplatz
  • Lehmziegel
  • Feuerholz
  • Wandbild
  • Türöffnung

Heiligtum

  • Ofen, Kamin
  • Tierhäute
  • Gefäße
  • Balken
  • Stierköpfe
  • Wandbild
  • Tonschicht
  • Lehmziegel

Narration

Die Jungsteinzeit, das Neolithikum, ist nicht bloß eine geschichtliche Epoche, sondern markiert auch einen eigenen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Stil.
Dessen wichtigsten charakteristischen Merkmale waren der Ackerbau, die Viehhaltung, die Entstehung der ersten Berufe und bedeutender Siedlungen.
Die jungsteinzeitliche Kultur entwickelte sich 10.000 v. Chr. in Vorderasien. Auf den Gebieten Südostanatoliens, Syriens und Iraks entstanden bedeutende Siedlungsgemeinschaften. Die sich hier ansiedelnden Menschen errichteten sich dauerhaftere und bequemere Behausungen. Es entstanden auch mehr Sicherheit bietende Dörfer.

Die Häuser standen dicht aneinander und hatten oft gemeinsame Mauern.
Ihre Grundfläche betrug 20–30 m².
Einzelne Siedlungen bestanden aus mehreren Dutzend, „Städte“ aus mehreren Hundert Häusern. Unter den anfangs aus Lehm, später aus getrockneten Lehmziegeln erbauten Gebäuden gab es auch mehrstöckige. An ihren Seiten gab es keinen Eingang, nur kleinere, höher platzierte Fensteröffnungen.
In die Häuser gelangte man durch die mit Holztüren verschlossenen Dachöffnungen. Um auf die Dächer und die verschiedenen Etagen zu kommen benutzte man Leitern. Weder die archäologischen Ausgrabungen, noch die typischen Siedlungsstrukturen deuten darauf hin, dass sich in den jungsteinzeitlichen Siedlungen bedeutende gesellschaftliche Unterschiede entwickelt hätten.

Die Nahrungsproduktion erfolgte in großfamiliären Gemeinschaften. Die neue Lebensweise erforderte auch neue Gebrauchsgegenstände. Das Neolithikum wird auch als „Periode des geschlagenen Steins“ bezeichnet. Als einer der ersten Berufe entstand das Töpferhandwerk und das Spinnen und Weben.
Die Ernte wurde in getöpferten oder aus Stein gemeißelten Töpfen gelagert. Im Alltag wurden in großer Menge aus Knochen, Bast und Ruten hergestellte Gegenstände verwendet.

Die Entstehung der jungsteinzeitlichen Siedlungen bedeutete den Ausgangspunkt für die Stadtentwicklung, ein solches Sprungbrett, das die Besucher archäologischer Ausgrabungen auch heute noch bewundern.

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